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"Gehirndoping" Schlafen schafft Platz für neue Informationen |
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Schlaf verbessert sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen die
Leistung des Gehirns, indem er etwa die Erinnerungs- und
Aufnahmefähigkeit steigert. Darauf deuten mehrere Studien, die beim
Jahrestreffen der US-Wissenschaftler in San Diego präsentiert wurden.
Wie man Schlaf verbessern kann, untersuchen hingegen derzeit Salzburger
Forscher in einer vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Studie.
In Salzburg untersucht man derzeit im
EEG-Labor, wie Kinder am besten ihre Gehirnleistung durch Schlaf
steigern können. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem
Neurofeedback-Training. „Dabei lernt man, Aktivitäten des Gehirns
willentlich zu beeinflussen“, erklärt Forschungsleiterin Kerstin
Hödlmoser im pressetext-Interview. Frühere Tests konnten bei
Erwachsenen bereits bestätigen, dass auf diese Weise nicht nur die
kognitive Leistung, sondern auch die Zahl der Schlafspindeln steigt.
Darunter versteht man Muster der Wellenfrequenz, die in der zweiten
Schlafphase auftreten und die man unter anderem für die Konsolidierung
von erworbenem Wissen verantwortlich macht.
Das
Neurofeedback beruht auf Gehirnsignalen, die durch Sensoren gemessen
und gleichzeitig per Computer auswertet werden. „Die Kinder erfahren
durch die Rückmeldung, welche Gedanken ideale Entspannung und
Ruhefindung bringen. Das kann etwa die Vorstellung des Gehens über eine
Blumenwiese oder des Musizieren sein“, so die Forscherin. Die
Entspannung sei besonders beim Zubettgehen wichtig, da sie das
Einschlafen und somit Schlafdauer und -qualität verbessere. Den Erfolg
der Maßnahme messen die Forscher schließlich durch die Entwicklung von
Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Schulleistungen.
Wie wichtig der Schlaf für das Lernen ist, zeigen zwei aktuelle Studien
aus den USA. Bei einer durchliefen Probanden mittags einen Merktest,
ehe sie teils ein Nickerchen einlegten. Als es um 18 Uhr erneut
Merkaufgaben gab, schnitten die Mittagsschläfer deutlich besser ab und
erinnerten sich auch besser an Inhalte des ersten Tests als die
Wachbleiber. "Es scheint als ob das Schlafen den mit Informationen
gefüllten Briefkasten des Gehirns leert und dessen Inhalte in einem
Ordner verstaut. Erst dadurch schafft man Platz für neue
Informationen", berichtet Studienleiter Matthew Walker von der
University of California, Berkeley.
Forscher aus Arizona untersuchten hingegen erst 15-monatigen Babys,
denen sie ebenfalls in zwei Durchgängen dreisilbige Kunstphrasen
vorspielten. Einige ließ man dazwischen zur gewohnten Zeit ihr
Schläfchen einlegen, andere testete man zu einer Tageszeit, in der sie
nie schliefen. Aus der Blickreaktion der kleinen Probanden schlossen
die Forscher, welche Phrasen ihnen schon bekannt waren. Erkannten auch
allen Babys die früher gelernten Phrasen wieder, so konnten nur die
mittlerweile Ausgeschlafenen Grundmuster des ersten Durchgangs auf die
neuen Phrasen übertragen. Das werten die Forscher als Verbesserung des
abstrakten Denkens, die auf den Schlaf zurückzuführen sei. (pte)
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Wussten Sie schon?
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Kinder, die sich im Alter von fünf Jahren besonders aktiv bewegen,
sind in späteren Jahren vor Übergewicht geschützt, selbst wenn sie dann
wenig Sport betreiben. Das berichten Forscher der University of Iowa im
American Journal of Preventive Medicine. Aus den Ergebnissen ihrer
Langzeitstudie folgern sie, dass Kinder schon im Vorschulalter zu so
viel Bewegung wie möglich angespornt werden sollten. "Wir verglichen
den beobachteten Effekt mit einer Bank, da Kinder später von diesen
Guthaben an Bewegungen profitieren", so die Studienleiterin Kathleen
Janz.
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